Kochen und Backen mit dem Holzherd – Küchenhexe & Blackout

Ofen Team · Tipps & Tricks · Praxisratgeber Holzherde

Kochen, Brot backen und gleichzeitig das Zuhause beheizen: Der Holzherd – häufig auch „Küchenhexe“ genannt – kann mehrere Aufgaben übernehmen. Wir zeigen, wie die Herdplatte funktioniert, welche Töpfe geeignet sind und worauf es beim Backen ankommt. Außerdem erklären wir, warum ein passend ausgestatteter Küchenofen für Krisenvorsorge, Blackout und Stromausfall interessant sein kann.

Kochen, Backen und Heizen mit Holz: Ofen-Team-Infografik zu Küchenofen, Herdplatte, Backofen, Sichtfeuer, Wärmezonen und Raumheizung
Kochen, Backen und Heizen mit dem Holzherd – die wichtigsten Funktionen auf einen Blick. Die Abbildung ist eine illustrative Darstellung; Details hängen vom jeweiligen Modell ab.
Kurz erklärt: Auf dem Holzherd gibt es meist verschiedene Wärmezonen: über der Feuerung kräftiger, zum Rand hin oft weniger heiß. Ein Backfach wird indirekt durch die Wärme des Holzfeuers erhitzt. Viele rein mechanische Scheitholzherde kommen zum Kochen und Backen ohne Netzstrom aus – vorausgesetzt, das konkrete Gerät ist dafür ausgelegt und der Betrieb ist auch bei Stromausfall sicher möglich.

1. Kochen, Backen, Heizen: So funktioniert ein Holzherd

Ein Holzküchenherd nutzt die Wärme des Scheitholzfeuers gleich mehrfach: Die Kochplatte wird heiß, ein integriertes Backfach kann Speisen garen und der Herd gibt gleichzeitig Wärme an die Umgebung ab. Anders als ein Elektroherd lässt sich die Temperatur nicht einfach per Drehknopf auf einen exakten Wert einstellen. Dafür arbeitet man mit der Position des Topfes, der Aufheizzeit und den vom Hersteller vorgesehenen Abbrandbedingungen.

KochenSuppen, Kartoffeln, Tee und Schmorgerichte auf der heißen Herdplatte zubereiten.
BackenBei entsprechendem Backfach Brot, Kuchen, Pizza oder Aufläufe zubereiten.
HeizenDie beim Kochen entstehende Wärme sinnvoll zum Beheizen des Aufstellraums nutzen.

Nicht jeder Küchenherd ist gleich: Anzahl der Backräume, Material der Kochplatte, Leistungsbereich und elektrische Ausstattung sind modellabhängig. Achten Sie bei der Auswahl besonders auf die zum Gebäude passende Wärmeleistung.

2. Kochen auf dem Holzherd: Temperaturzonen richtig nutzen

Bei vielen Küchenhexen ist die Fläche in der Nähe der Feuerung am heißesten. Weiter entfernt lässt sich häufig schonender garen oder warmhalten. Die Wärmezonen hängen von der Konstruktion und dem aktuellen Abbrand ab und sind nicht mit festen Temperaturstufen eines Elektroherds vergleichbar.

BereichTypische VerwendungTipp
Heißer BereichWasser erhitzen, kräftig anbratenAuf Topfboden und Überhitzung achten.
Mittlere HitzeEintöpfe, Kartoffeln und sanftes KöchelnTopf bei Bedarf versetzen.
RandzoneWarmhalten oder langsames ZiehenlassenSpeisen nicht zu lange lauwarm stehen lassen.

Ein kleiner Topf mit Wasser hilft beim Kennenlernen der Zonen. Beobachten Sie, wo das Wasser rasch kocht und wo es nur siedet. Arbeiten Sie nicht mit übergroßen Brennstoffmengen oder stark gedrosselter Luftzufuhr, um die Temperatur künstlich zu steuern. Richtig heizen mit Holz erklärt die Grundlagen des Abbrands.

3. Gusseisen, Emaille oder Edelstahl: Was eignet sich auf der Küchenhexe?

Sehr gut geeignet ist häufig robustes Gusseisengeschirr. Auch dafür zugelassene Emaille- und Edelstahltöpfe können passen. Wichtig sind hitzefeste Griffe, ein stabiler, möglichst ebener Boden und die Herstellerangaben des Kochgeschirrs. Prüfen Sie stets auch die Vorgaben für die Herdplatte. Empfindliche Antihaftbeschichtungen oder Kunststoffgriffe vertragen hohe Temperaturen möglicherweise nicht.

Praxis-Tipp: Ein schwerer Topf speichert Wärme und eignet sich zum Schmoren. Topflappen und geeignete Handschuhe sind unverzichtbar, denn sowohl die Platte als auch die Griffe können sehr heiß werden.

4. Brot backen, Pizza machen und Aufläufe zubereiten

Beim Backen mit Holz benötigt der Backraum meist mehr Aufmerksamkeit als ein Elektrobackofen. Nach dem Anheizen können Temperaturen schwanken. Ein eingebautes oder geeignetes separates Backofenthermometer erleichtert die Einschätzung. Auch die Bräunung sollte regelmäßig kontrolliert werden.

  1. Herd nach Herstelleranleitung anheizen: Nur zugelassenes trockenes Scheitholz verwenden.
  2. Backraum vorheizen: Warten, bis die für das Rezept geeignete Temperatur erreicht ist.
  3. Hitzefeste Form einschieben: Geeignetes Blech oder Backgeschirr verwenden.
  4. Backverlauf prüfen: Bei Bedarf die Form umsetzen, sofern für dieses Modell zulässig. Garzeiten sind Anhaltspunkte, keine Garantie.
  5. Garprobe machen: Bei Fleisch mit einem geeigneten Lebensmittelthermometer die Kerntemperatur kontrollieren.

Ein einfaches Beispiel: rustikales Brot aus dem Holzbackofen

Für ein unkompliziertes Hefebrot eignen sich beispielsweise 500 g Weizenmehl, rund 320 ml Wasser, 10 g Salz und 7 g Trockenhefe. Den Teig kneten, aufgehen lassen und zu einem Laib formen. Je nach Rezept beginnt das Backen häufig bei etwa 220 °C; anschließend kann bei niedrigerer Temperatur fertiggebacken werden. Beim Holzbackofen müssen die Werte an die tatsächliche Temperatur und die Wärmeverteilung angepasst werden. Vorsicht beim Öffnen des heißen Backfachs.

5. Krisenvorsorge: Kochen und Backen bei Blackout oder Stromausfall

Ein längerer Stromausfall kann Elektroherd, Induktionskochfeld oder elektrische Heizung außer Betrieb setzen. Deshalb suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, bei einem Blackout ohne Strom zu kochen. Ein geeigneter, rein holzbefeuerter Küchenherd kann dabei eine zusätzliche Option sein: Wasser erhitzen, warme Speisen zubereiten und gleichzeitig Raumwärme abgeben – ohne dass der Kochvorgang selbst Strom benötigt.

Kann ein Holzherd im Blackout wirklich ohne Strom funktionieren?

Das hängt vom Gerät und der gesamten Installation ab. Mechanisch arbeitende Scheitholz-Küchenherde ohne notwendige elektrische Bauteile können grundsätzlich unabhängig vom Stromnetz betrieben werden. Wasserführende Holzherde mit Pumpen, elektrisch geregelte Abgassysteme oder sicherheitsrelevante Lüftungsanlagen dürfen nicht pauschal als blackout-tauglich bezeichnet werden. Auch bei gewöhnlichen Öfen sind Schornsteinzug und Verbrennungsluftversorgung entscheidend.

Für den Notfall gilt: Nur einen dafür zugelassenen, ordnungsgemäß angeschlossenen Holzherd verwenden. Niemals improvisierte Feuerstellen, Grills oder Campingkocher in geschlossenen Wohnräumen betreiben. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und lebensgefährlich. CO-Warnmelder sind sinnvoll, ersetzen aber keine fachgerechte Installation. Ein Holzherd liefert keinen elektrischen Strom und ist keine vollständige Notstromversorgung.

Zur Krisenvorsorge mit einem Holzherd gehören ausreichend geeignetes, trocken gelagertes Brennholz, sicheres Anzündmaterial, passende Töpfe und eine im Normalbetrieb erprobte Handhabung. Warten Sie mit dem Kennenlernen nicht erst bis zum Stromausfall. So lagern Sie Brennholz richtig.

6. Beispiel: Thermorossi Margot Evo – Holzherd mit zwei Backräumen

Der Thermorossi Margot Evo zeigt, wie vielseitig ein Holzküchenherd sein kann. Thermorossi beschreibt eine polierte Gusskochplatte und zwei voneinander getrennte Backräume mit Specksteinboden und Thermometer. Nach Herstellerangaben erlaubt die patentierte PANEPIZZA-Technik eine besondere Temperaturführung mit bis zu 400 °C im oberen und 350 °C im unteren Backraum. Diese Werte sind modellbezogene Herstellerangaben und nicht auf andere Küchenherde übertragbar.

Der Margot Evo ist hier ein separates Modellbeispiel; die allgemeine Infografik zeigt einen anderen Küchenofen. Weitere Informationen auf unserer Thermorossi-Holzherde-Seite und direkt beim Hersteller Thermorossi.

7. Sicher heizen und den Holzherd richtig pflegen

Verwenden Sie nur vom Hersteller freigegebenes, ausreichend trockenes und naturbelassenes Holz. Feuchtes oder behandeltes Holz, Abfälle und flüssige Brandbeschleuniger gehören nicht in den Feuerraum. Reinigen Sie den ausgekühlten Ofen entsprechend der Anleitung; spezielle Guss- oder Stahlplatten benötigen passende Pflege. Regelmäßige Kontrolle und Wartung sind wichtig.

Ein Holzherd benötigt eine geeignete Abgasführung, ausreichende Verbrennungsluft und die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände. Bei gleichzeitigem Betrieb mit einer Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage ist eine mögliche Unterdruckgefährdung fachlich zu prüfen. Stimmen Sie die Feuerstätte vor Inbetriebnahme mit dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ab. Mehr zum Schornsteinanschluss und zur Schornsteinsanierung.

8. Häufige Fragen zu Holzherden und Küchenhexen

Kann man beim Holzherd gleichzeitig kochen, backen und heizen?

Ja, bei dafür ausgestatteten Modellen ist das gleichzeitig möglich. Temperaturverteilung und Heizleistung unterscheiden sich je nach Bauart.

Welche Temperatur erreicht eine Holzherdplatte?

Das hängt vom Gerät, der Feuerungsintensität, der Position und der Aufheizzeit ab. Verlässliche pauschale Temperaturwerte gibt es deshalb nicht.

Ist ein Holzherd zur Krisenvorsorge bei Stromausfall geeignet?

Ein rein mechanischer, ordnungsgemäß installierter Scheitholzherd kann zum stromunabhängigen Kochen und Heizen beitragen. Vor der Anschaffung sind Geräteausstattung und sichere Betriebsbedingungen zu prüfen.

Was kostet ein Küchenofen mit Lieferung und Montage?

Die Kosten hängen vom gewählten Modell, dem Schornstein, dem Anschluss und den örtlichen Bedingungen ab. Ofen Team berät Sie zu Holzherden inklusive Lieferung und fachgerechter Montage.

Holzherd kaufen – mit Lieferung und fachgerechter Montage

Ob für den Küchenalltag, als ergänzende Heizquelle oder zur Krisenvorsorge bei Stromausfall: Wir beraten zu geeigneten Holzherden im Raum Ginsheim-Gustavsburg, Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Hochheim am Main, Hofheim, Wallau, Massenheim und Nordenstadt.

Ofen Team / Ofenhaus Mainspitze
Neckarstraße 47a · 65462 Ginsheim-Gustavsburg
Telefon: 06144 3357990 · Dienstags 15:00–18:45 Uhr oder nach Absprache

Holzherde entdeckenBeratung anfragen

Quellen und weitere Tipps

Dieser Artikel ist eigenständig formuliert; Grundlage sind unter anderem die Herstellerangaben von Thermorossi. Maßgeblich für den Betrieb bleiben immer die Unterlagen zum konkreten Ofen.

Aktualisiert: 13. Oktober 2026 · Fachratgeber von Ofen Team