Ein alter Kamin- oder Ofenanschluss sollte nicht einfach mit einer Blechkapsel, Papier oder einer provisorischen Abdeckung verschlossen bleiben. Wird ein Schornstein weiter genutzt oder später wieder an eine Feuerstätte angeschlossen, muss eine nicht mehr benötigte Anschlussöffnung dauerhaft und passend zum Schornsteinsystem verschlossen werden. Entscheidend ist, dass die innere Schornsteinwand möglichst glatt und wangengleich hergestellt wird und der Verschluss nicht in den freien Querschnitt des Schornsteins hineinragt.
Diese Anleitung zeigt eine bewährte praktische Vorgehensweise für gemauerte Schornsteine. Vor Arbeiten am Schornstein und spätestens vor dem Anschluss eines neuen Kaminofens sollte der zuständige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger beziehungsweise Schornsteinfegermeister einbezogen werden. Je nach Schornsteinbauart, Zustand und Nutzung können andere Anforderungen gelten.
Warum einen alten Kaminanschluss richtig verschließen?
In älteren Gebäuden finden sich häufig mehrere frühere Rauchrohranschlüsse. Solche Öffnungen wurden früher zum Teil mit dünnen Metall- oder Zinkblechkapseln abgedeckt und anschließend überputzt oder tapeziert. Diese Lösung kann im Lauf der Jahre korrodieren oder undicht werden. Besonders wenn derselbe Schornsteinzug weiterhin genutzt wird, sollte eine alte Öffnung deshalb nicht nur optisch, sondern dauerhaft und nicht brennbar verschlossen sein.
Wichtig ist die Innenseite des Schornsteins: Der Verschluss soll die vorhandene Schornsteinwange sauber fortführen. Ein in den Zug hineinragender Stopfen kann den freien Querschnitt verändern und die Reinigung behindern.
Vorbereitung: alten Verschluss entfernen und Anschluss prüfen
- Schornstein außer Betrieb lassen: Während der Arbeiten darf an dem betroffenen Zug keine Feuerstätte betrieben werden.
- Alte Kapsel oder Abdeckung freilegen: Tapete, Putz und lose Bestandteile im Bereich des Anschlusses vorsichtig entfernen.
- Metallkapsel vollständig herausnehmen: Rostige oder lose Blechteile gehören nicht in der Öffnung.
- Öffnung reinigen: Lose Mörtelreste und Staub entfernen, damit der neue Verschluss dauerhaft eingebunden werden kann.
- Schornsteinaufbau prüfen: Bei Unsicherheit über Material, Wandstärke oder Schornsteinsystem nicht einfach weiterarbeiten, sondern fachlich abstimmen.
Zwei Möglichkeiten zum Verschließen des Ofenanschlusses
1. Passenden Mauerziegel einsetzen
Bei einer geeigneten gemauerten Schornsteinwange kann ein nicht brennbarer Mauerstein passend zugeschnitten beziehungsweise zugerichtet und mit geeignetem Mörtel eingesetzt werden. Der Stein sollte so sitzen, dass die innere Fläche des Schornsteins möglichst bündig fortgeführt wird.
2. Passenden mineralischen Verschlussstopfen herstellen
Bei runden Anschlussöffnungen lässt sich ein passender Stopfen aus einer geeigneten mineralischen Mischung herstellen. Die Grundidee stammt aus unserer langjährigen Praxis: Ein Kunststoffgefäß mit ungefähr passendem Durchmesser dient als Form. Darin wird zum Beispiel Betonestrich oder eine geeignete zementgebundene Fertigmischung angerührt und vollständig aushärten gelassen.
Wichtig: Der fertige Stopfen ist nur der Verschlusskörper. Er muss anschließend fachgerecht und dauerhaft in die Öffnung eingebunden werden. Materialwahl und Ausführung müssen zum vorhandenen Schornstein passen.
Verschlussstopfen Schritt für Schritt herstellen
- Ein Kunststoffgefäß wählen, dessen Durchmesser etwas kleiner als die zu verschließende Anschlussöffnung ist.
- Betonestrich oder eine geeignete zementgebundene Fertigmischung nach Herstellerangabe mit Wasser anrühren.
- Die Masse in die Form füllen. Der Stopfen sollte ausreichend stabil werden, aber nicht unnötig dick sein.
- Die Mischung vollständig aushärten lassen. Die erforderliche Zeit richtet sich nach dem verwendeten Material.
- Den ausgehärteten Stopfen vorsichtig aus der Kunststoffform lösen.
- Vor dem Einsetzen prüfen, ob er sich mit ausreichender Mörtelfuge in die vorhandene Öffnung einpassen lässt.
Ein zu großer oder zu dicker Stopfen sollte nicht mit Gewalt eingesetzt werden. Entscheidend ist eine saubere, kontrollierbare Einbausituation.
Kaminanschluss wangengleich verschließen
Der vorbereitete Stein oder Verschlussstopfen wird mit geeignetem Mörtel in der Anschlussöffnung eingesetzt. Dabei muss besonders auf die Lage zur inneren Schornsteinwand geachtet werden.
- Nicht in den Schornsteinzug hineinragen: Der Verschluss darf den freien Querschnitt nicht unnötig einengen.
- Innen möglichst bündig: Die Oberfläche soll die Schornsteinwange sauber fortsetzen.
- Vollflächig und dauerhaft einbinden: Keine losen Hohlräume oder wackelnden Bauteile hinterlassen.
- Außenseite sauber schließen: Nach ausreichender Aushärtung kann die Wandoberfläche passend verputzt und fertiggestellt werden.
Die oft verwendete Bezeichnung „wangengleich vermauern“ beschreibt genau diesen Punkt: Der Verschluss soll sich in die vorhandene Wandung des Schornsteins einfügen und nicht als Hindernis in den Zug stehen.
Häufige Fehler beim Verschließen eines Kaminanschlusses
- Alte Blechkapsel einfach überputzen: Korrosion oder Undichtigkeiten bleiben verborgen.
- Stopfen zu tief einsetzen: Er ragt in den Schornsteinzug und verändert den Querschnitt.
- Ungeeignete oder brennbare Materialien verwenden: Holz, Bauschaum, Kunststoffplatten oder ähnliche Behelfslösungen gehören nicht in die Schornsteinwange.
- Lose Mörtelreste im Schornstein belassen: Sie können später in den Zug fallen oder die Reinigung erschweren.
- Ohne Abstimmung wieder anschließen: Vor einer neuen Feuerstätte müssen Eignung, Anschlussposition, Querschnitt und Schornsteinzug geprüft werden.
Häufige Fragen zum alten Ofenanschluss
Kann ich einen alten Ofenanschluss einfach mit einem Blechdeckel verschließen?
Als dauerhafte Lösung bei einem weiter genutzten Schornstein sollte eine alte Öffnung nicht nur oberflächlich abgedeckt werden. Die passende Ausführung hängt vom Schornsteinsystem ab. Bei Unsicherheit sollte der Schornsteinfeger die Situation vor Ort beurteilen.
Wie tief darf der Verschluss in den Schornstein hineinragen?
Der Verschluss sollte den freien Schornsteinquerschnitt nicht unnötig verändern. Ziel ist eine möglichst bündige Fortführung der inneren Schornsteinwange.
Kann ich dafür normalen Bauschaum verwenden?
Nein. Für die Schornsteinwange sind nicht brennbare, geeignete mineralische Baustoffe erforderlich. Provisorische brennbare Füllstoffe sind dafür keine sinnvolle Lösung.
Muss der Schornsteinfeger den verschlossenen Anschluss sehen?
Wenn der Schornstein weiterhin genutzt oder später eine neue Feuerstätte angeschlossen werden soll, ist eine Abstimmung sinnvoll und vor der Inbetriebnahme der neuen Anlage ohnehin erforderlich. Der Schornsteinfeger kann beurteilen, ob der Zug, die Anschlussstelle und die Ausführung für die geplante Feuerstätte geeignet sind.
Was ist, wenn der Schornstein saniert werden muss?
Bei beschädigten Wangen, Versottung, ungeeignetem Querschnitt oder einer geplanten Umrüstung kann eine Schornsteinsanierung oder ein neuer Schornstein die bessere Lösung sein. Wir beraten zu passenden Systemen und zur Abstimmung mit der Feuerstätte.
Beratung zu Kaminanschluss, Kaminofen und Schornstein im Rhein-Main-Gebiet
Ofen Team / Ofenhaus Mainspitze unterstützt bei Fragen zu Kaminöfen, Rauchrohranschlüssen, Schornsteinen und Schornsteinsanierungen. Unser Standort ist in der Neckarstr. 47a, 65462 Ginsheim-Gustavsburg. Wir betreuen unter anderem Kunden aus Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Groß-Gerau und dem weiteren Rhein-Main-Gebiet.
Wenn Sie einen alten Ofenanschluss verschließen und anschließend einen neuen Kaminofen montieren möchten, bringen Sie zur Beratung möglichst Fotos des Schornsteins, Maße der Anschlussöffnung und – sofern vorhanden – Unterlagen zum Schornstein und zur gewünschten Feuerstätte mit.
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Praxisvorlage und weiterführende Information
Die Grundidee für den passgenauen mineralischen Verschluss ist auch auf unserer Seite Ofenhaus Mainspitze – Alten Kaminofenanschluss richtig verschließen beschrieben. Diese neue Fassung wurde für Ofen Team neu strukturiert, ergänzt und auf eine sichere Vorgehensweise sowie regionale Beratung ausgerichtet.
Stand: 2. Oktober 2026. Allgemeiner Praxishinweis – verbindlich sind die Anforderungen des vorhandenen Schornsteinsystems, die örtlichen Vorgaben und die Beurteilung durch den zuständigen Schornsteinfeger.
