Ofen Team Fachratgeber · Stand: 24. Oktober 2026 · Beratung in Ginsheim-Gustavsburg, Mainz, Wiesbaden und Rhein-Main
Ein Kamin ohne Schornstein – geht das? Ja, für dekorative Bioethanol-Kamine gibt es Geräte, die ohne Rauchrohr und Schornsteinanschluss betrieben werden. Sie erzeugen echte Flammen, sind jedoch nicht emissionsfrei und benötigen ausreichende Lüftung sowie einen brandsicheren Aufstellort. Besonders in Restaurants, Hotels, Lounges, Cafés und anderen Gastronomiebetrieben muss die gewerbliche Nutzung vorab sorgfältig geprüft werden.
Hier vergleichen wir konkrete Ethanol-Modelle der Hersteller Aduro und TermaTech, erklären deren Unterschiede und geben Hinweise zu Sicherheit, Luftqualität, Brandschutz und gewerblicher Planung. Herstellerangaben sind keine pauschale Freigabe für jede Wohnung oder jedes Gastgewerbe.
Was ist ein Kamin ohne Schornstein?
Ein Bioethanol-Kamin verbrennt einen hierfür freigegebenen flüssigen Brennstoff auf Alkoholbasis. Weil der Brenner keine konventionelle Abgasführung hat, gelangen die Verbrennungsgase direkt in den Aufstellraum. Das macht den Schornstein überflüssig, aber nicht die Frischluftzufuhr. Neben Wasserdampf und Kohlendioxid können insbesondere bei ungünstiger Verbrennung und Brennstoffzusätzen weitere Stoffe entstehen. Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale weisen deshalb auf Luftbelastungen und Brandgefahren hin.
Aduro Bioethanol-Kamine: B1, B2 und B6M
Bei Aduro stehen verschiedene manuell bediente Design-Biokamine zur Wahl. Die Modelle B1 und B2 bieten jeweils drei vom Hersteller vorgesehene Montagevarianten (Metallfuß, Eichenholzbeine oder Wandhalterung). Die Sicherheitsfunktion Aduro Bio-Safe erschwert das Auffüllen bei noch zu heißem Gerät. Das ist eine technische Schutzmaßnahme, ersetzt aber keinesfalls das Abkühlen und die Bedienungsanleitung.

- Aduro B1: geschlossenere Front mit verglasten Seiten, Panoramablick auf die Flammen. Herstellerangaben: etwa 1,8–3 kW Wärmeabgabe, Brennerkapazität 1,2 Liter (empfohlen 1 Liter), ca. 3–4 Stunden Brenndauer und mindestens 80 m³ Aufstellraumvolumen; ausreichende Lüftung zusätzlich erforderlich. Herstellerdaten ansehen.
- Aduro B2: offene Front mit bewusst direkter Flammenansicht. Laut Hersteller ebenfalls etwa 1,8–3 kW, 1,2 Liter Brennerkapazität (empfohlen 1 Liter) und ca. 3–4 Stunden Brenndauer; für Gastronomie sind offene Flammen vor Gästekontakt besonders zu schützen. Herstellerdaten ansehen.
- Aduro B6M: kompakte runde Bauform mit gebogener Glasschiebetür; ca. 1,5–1,8 kW, bis etwa 7–8 Stunden Brenndauer und vom Hersteller genanntes Mindestraumvolumen 60 m³. Herstellerdaten ansehen.
Für die Ausführungen der Aduro B1/B2 sind bei Ofen Team außerdem Informationen zu Wandmontage B1, Wandmontage B2, Eichenholzbeinen B1 und Metallfuß B2 hinterlegt. Tragende Bauteile, Befestigung und brandschutztechnische Abstände sind individuell zu prüfen.
Hinweis: Die vom Hersteller genannten Mindestraumvolumen sind keine pauschale Aussage zur hygienisch ausreichenden Frischluft und keine Genehmigung für den Betrieb in der Gastronomie. Für den Innenbereich muss die jeweilige Herstelleranleitung vollständig beachtet werden.
TermaTech Biokamine: automatische Biotronic-Modelle
TermaTech bietet mit der Biotronic-Reihe automatisch geregelte Bioethanol-Feuerstellen. Nach Herstellerangaben arbeiten die Modelle mit einer BEV-Brennertechnologie, Brennstoffpumpe, Sensorüberwachung, elektrischer Zündung und Fernbedienung. Bei den Automatik-Modellen sind zwei Flammenhöhen vorgesehen. Anders als bei den manuellen Aduro-Brennern ist hierfür eine Stromversorgung notwendig.

- TermaTech Biotronic 23RG: automatischer Bioethanol-Kamin mit gewölbter Front und zwei Seitenverglasungen. Herstellerdaten: Nennleistung 3,5 kW; Höhe/Breite/Tiefe 1.073/521/412 mm; Gewicht 97 kg. Die konkreten Sicherheitsabstände, Stromversorgung, Mindestlüftung und Betriebstemperaturen stehen in der aktuellen Geräteanleitung.
- TermaTech Biotronic 400: geradlinige, schlanke Ausführung mit automatischem Brenner; Herstellerdaten: 3,5 kW Nennleistung; Höhe/Breite/Tiefe 1.262/400/321 mm; Gewicht 36,5 kg.
Die automatische Brennertechnik reduziert bestimmte Bedienrisiken, macht den Aufstellraum aber nicht schadstofffrei. Insbesondere für stark frequentierte Gasträume muss der Hersteller die konkrete gewerbliche Verwendung bestätigen; das passende Lüftungs- und Brandschutzkonzept bleibt notwendig. Herstellerinformationen zur Biotronic-Technik.
Modelle im Überblick: Welcher Bioethanol-Kamin passt?
| Modell | Bedienung / Anschluss | Hersteller-Wärmeleistung | Charakter |
|---|---|---|---|
| Aduro B1 | Manuell, kein Strom | ca. 1,8–3 kW | Front- und Seitenverglasung |
| Aduro B2 | Manuell, kein Strom | ca. 1,8–3 kW | Offene Front |
| Aduro B6M | Manuell, kein Strom | ca. 1,5–1,8 kW | Kompakt mit gebogenem Glas |
| TermaTech Biotronic 23RG | Automatisch, benötigt Strom | 3,5 kW | Panoramaverglasung |
| TermaTech Biotronic 400 | Automatisch, benötigt Strom | 3,5 kW | Schlankes Design |
Wichtig zur Auswahl: Die Wärmeleistung bedeutet nicht, dass der Kamin als Haupt- oder Ersatzheizung geeignet ist. Wegen der erforderlichen Frischluftzufuhr können die Lüftungsverluste den Heiznutzen teilweise oder ganz aufheben. Ein Ethanol-Kamin ist vor allem ein dekoratives Feuer.
Bioethanol-Kamin in Restaurant, Hotel und Gastronomie
In Hotels, Restaurant-Lounges, Empfangsbereichen, Cafés und Gastronomieflächen kann ein Flammeneffekt gestalterisch attraktiv sein. Das bedeutet nicht, dass jedes Modell dort betrieben werden darf. Eine für Haushalte beworbene Ethanol-Feuerstelle ist nicht automatisch für Gasträume mit Publikumsverkehr freigegeben. Die gewerbliche Verwendung, mögliche Auflagen des Bau- und Brandschutzrechts, die sichere Bedienung im laufenden Betrieb und die Belastung der Raumluft müssen vor dem Kauf geklärt werden.
Checkliste für die gewerbliche Planung
- Geräteeignung: Schriftliche Klärung mit dem Hersteller, ob die konkrete Ausführung für den geplanten gewerblichen Einsatz vorgesehen beziehungsweise zulässig ist; die Bedienungsanleitung und Nachweise bereitstellen.
- Gefährdungsbeurteilung: Brand- und Verpuffungsgefahren sowie den Umgang mit brennbarer Flüssigkeit nach Arbeitsschutzrecht betriebsspezifisch bewerten, dokumentieren und geeignete Maßnahmen festlegen.
- Gäste- und Mitarbeiterschutz: Keine Aufstellung in Flucht- und Rettungswegen; ausreichende Abstände zu Sitzplätzen, Vorhängen, Dekoration und Laufwegen; Schutz vor Umkippen, Berühren, Anstoßen und Zugluft.
- Raumluft: Dauerhaft erforderlichen Luftwechsel und die Anzahl gleichzeitig betriebener Feuerstellen fachlich bestimmen. Große Raumfläche oder offene Türen allein sind kein Lüftungsnachweis.
- Betriebsanweisung: Zuständige Mitarbeiter einweisen; beaufsichtigten Betrieb, Zünden, Abschalten, Reinigung und Verhalten bei Störungen schriftlich regeln und Unterweisungen dokumentieren.
- Brennstoffhandling: Ausschließlich zugelassenen Brennstoff verwenden und sicher lagern; niemals in brennende oder warme Brenner nachfüllen. Geeignetes Löschmittel entsprechend Brandschutzkonzept vorhalten.
- Abstimmung: Betreiber, Fachplaner, Brandschutzverantwortliche, gegebenenfalls Bauaufsicht beziehungsweise zuständige Brandschutzdienststelle und Gebäudeversicherer einbeziehen.
Die Hamburger Arbeitsschutzbehörde informiert ausdrücklich über gewerblich betriebene Ethanolkamine: Gefährdungsbeurteilung, schriftliche Betriebsanweisung, Mitarbeiterunterweisung und passende Schutzmaßnahmen sind zentrale Punkte. Für jede Gastronomie-Immobilie gelten die örtlich relevanten Anforderungen.
Und auf einer Außenterrasse?
Manche Aduro-Modelle sind laut Hersteller auch für den Außeneinsatz vorgesehen. Das heißt nicht, dass sie witterungsfest sind: Aduro weist darauf hin, dass die Geräte nicht gegen Korrosion geschützt sind und nach dem Abkühlen im Trockenen untergebracht werden müssen. Außen gilt zudem: standsicher aufstellen, brennbare Materialien und Markisen fernhalten, Wind und Publikumsverkehr berücksichtigen sowie gegebenenfalls die zulässige Aufstellung im Außenbereich klären. Die TermaTech-Biotronic-Geräte dürfen nicht ohne ausdrückliche Freigabe als Outdoorgeräte eingeplant werden.
Sicherheit und aktuelle DIN EN 16647
Seit 2026 unterscheidet die Normenreihe zwischen DIN EN 16647-1:2026-06 (manuell betriebene dekorative Alkohol-Feuerstellen für den Haushaltsbereich) und DIN EN 16647-2:2026-10 (automatisch betriebene dekorative Alkohol-Feuerstellen für den Haushaltsbereich). Ältere Herstellerunterlagen können noch auf die frühere DIN EN 16647:2016-04 beziehungsweise EN 16647:2015 verweisen. Für ein neues Vorhaben ist der aktuelle Nachweis der konkreten Geräteausführung zu prüfen.
Für die Gastronomie besonders wichtig: Die neue Normenreihe nennt ausdrücklich den Haushaltsbereich. Eine Erfüllung dieser Normen ist deshalb keine pauschale Genehmigung für den Betrieb in Hotels oder Restaurants. Zusätzlich können öffentlich-rechtliche, arbeitsrechtliche, versicherungs- und betriebsbezogene Vorgaben gelten.
Ethanol-Kamin ohne Schornstein: Vorteile und Grenzen
- Vorteile: echte Flammen ohne Schornstein- oder Rauchrohranschluss; keine Holzlagerung und keine Holzasche; bei geeigneter Aufstellung vielseitige Gestaltung.
- Grenzen: Verbrennungsprodukte bleiben im Raum; ausreichende Lüftung ist notwendig; es entsteht eine offene beziehungsweise heiße Flammenzone; flüssiger Brennstoff muss sachgerecht gelagert und eingefüllt werden.
- Alternative: Wo Brandschutz, Raumluft oder Publikumsverkehr gegen Ethanol sprechen, ist ein elektrischer Kamin mit Flammeneffekt oft einfacher zu planen – ohne Verbrennung im Raum. Bei einem echten Scheitholz- oder Pelletofen bleibt eine dafür geeignete Abgasführung grundsätzlich erforderlich.
Häufige Fragen zum Kamin ohne Schornstein
Braucht ein Bioethanol-Kamin wirklich keinen Schornstein?
Bei den hier beschriebenen, bestimmungsgemäß verwendeten Ethanol-Modellen ist kein Rauchrohranschluss vorgesehen. Das bedeutet nicht, dass die Innenraumluft unbelastet bleibt; die erforderliche Lüftung ist ein eigenständiges Planungsthema.
Ist ein Bioethanol-Kamin für Restaurants erlaubt?
Nicht pauschal. Entscheidend sind Herstellerfreigabe, konkreter Aufstellort, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Lüftung, Personalunterweisung und möglicherweise behördliche beziehungsweise versicherungsseitige Vorgaben. Eine Haushaltszulassung genügt hierfür nicht automatisch.
Ist Bioethanol rückstandsfrei oder CO₂-neutral?
Nein, diese pauschalen Aussagen wären irreführend. Ethanol verbrennt unter Bildung von Kohlendioxid und Wasserdampf; zudem können Schadstoffe in die Raumluft gelangen. Auch die Bezeichnung „Bio“ sagt allein nichts über vollständige Klimaneutralität oder Gesundheitsverträglichkeit im Betrieb aus.
Darf man einen heißen Ethanol-Kamin nachfüllen?
Nein. Ein brennender oder noch warmer Brenner darf keinesfalls nachgefüllt werden. Den Brenner vollständig löschen und entsprechend der Anleitung abkühlen lassen. Auch ein Nachfüllen über Personen und Gästetischen ist zu vermeiden.
Sind Aduro und TermaTech ohne Strom nutzbar?
Die hier beschriebenen manuellen Aduro-Modelle benötigen keinen Netzstrom. TermaTech Biotronic 23RG und 400 nutzen dagegen automatische Brenner und benötigen Strom für Steuerung, Pumpe und Zündung.
Was ist besser für ein Hotel: Ethanol oder elektrischer Kamin?
Bei starkem Publikumsverkehr, sensiblen Lüftungssituationen oder fehlender gewerblicher Geräteeignung ist ein elektrischer Flammeneffekt häufig leichter sicher zu integrieren. Für echtes Feuer muss ein objektbezogenes Konzept mit Freigaben und Lüftungsnachweis erstellt werden.
Beratung für Privatkunden und Gastronomie im Rhein-Main-Gebiet
Ofen Team / Ofenhaus Mainspitze berät von Ginsheim-Gustavsburg aus zu Designfeuerstellen und klassischen Kaminöfen für Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Darmstadt und die Rhein-Main-Region. Wir prüfen mit Ihnen geeignete Geräte, Herstellerunterlagen und Standortbedingungen. Für gewerbliche Vorhaben stimmen wir uns mit den zuständigen Fachplanern und Brandschutzverantwortlichen ab. Eine gewerbliche Freigabe oder Genehmigung können wir nicht pauschal zusagen.
Kontakt: info@ofen.team · Aduro-Öfen bei Ofen Team · TermaTech bei Ofen Team. Sagen Sie uns, ob Sie einen Kamin für Ihr Zuhause oder für Restaurant, Hotel, Lounge oder Café suchen und wo er aufgestellt werden soll.
Verwendete Fach- und Herstellerquellen
- Aduro – Bioethanol-Öfen und Modelle B1, B2 und B6M, einschließlich Produktdaten und Sicherheitshinweisen.
- TermaTech – Biotronic-Brennertechnik und Modellseiten.
- Umweltbundesamt – Ethanol-Feuerstellen belasten Innenraumluft.
- Verbraucherzentrale NRW – Ethanol-Feuerstellen: Gefährlicher Kamin-Ersatz, Stand Januar 2026.
- Arbeitsschutzaufsicht Hamburg – Brandgefahr durch Ethanolkamine im gewerblichen Bereich.
- DIN Media: DIN EN 16647-1:2026-06 und DIN EN 16647-2:2026-10.
Fachhinweis: Angaben beziehen sich auf die verlinkten Herstellerseiten und öffentlich zugänglichen Sicherheitsinformationen, Stand 24.10.2026. Maße, Leistung, Sicherheitsabstände, zulässige Brennstoffe, Lüftungsbedingungen und Verwendung können sich je nach Modellausführung ändern. Maßgebend sind immer die aktuellen Originalanleitungen, die örtlichen Anforderungen sowie das objektbezogene Sicherheitskonzept. Der Artikel ersetzt keine Brandschutzplanung oder Rechtsberatung.
